Alpencross, 1. Etappe: Ehrwald – Landeck (22.08.2005)

Um 6.30 Uhr werde ich wach im festen Glauben, mich noch einmal umdrehen und eine Stunde weiter schlafen zu können. Kristin hat schlecht geschlafen, weil sie sehr nervös war. Tjark war auch oft wach, das Essen lag so schwer im Magen.

[protected]Beim Frühstück stellen wir aber fest, dass es wohl fast allen Mitstreitern so gegangen ist. Überall kleine Augen, Viele berichten von schlechtem Schlaf, und auch die Frühstücksportionen auf den Tellern sind fast überall übersichtlich. Wir quälen uns ein Brötchen rein, packen die Taschen und bereiten uns auf den Aufbruch vor.

Nach einem abschließenden Rädercheck geht es bei leichtem Tröpfeln auf Richtung Ehrwald, dort auf schotterigem Pfad langsam bergauf zum Fernpass. Schon bald ziehen wir eine Schicht aus; der Weg wird immer steiler. Kurzfristig wähnen wir uns schon am Ende des Urlaubs, denn wir fahren bei strömendem Regen am Weißensee entlang. Die Trekkingräder müssen das eine oder andere Mal geschoben werden, aber auch wir sind am Ende des Feldes zu finden. Kristin ist das Tempo der Gruppe am Anfang viel zu hoch. Egal, eigenes Tempo fahren und Samstag ankommen ist das, was zählt.

Die Plackerei findet doch recht unerwartet ein Ende, da der Fernpass erreicht ist, und im jetzt wieder stärkeren Regen geht es bergab Richtung Inntal. Die Abfahrt ist recht struppig, und fast alle müssen immer wieder vom Rad. Es ist erstaunlich, mit welcher Todesverachtung sich Sandra die Berge runterstürzt.

Nach dreißig Kilometern kehren wir völlig durchnässt in Strad zur Mittagspause ein. Der Tischtenniskeller dient als Garderobe und ist bald übersät von durchnässten Klamotten. Frittatensuppe und heiße Schokolade geben ein bisschen innere Wärme.

Zurück in den nassen Trikots fahren wir immer den Inn entlang nach Landeck. Jetzt ist es nur noch knapp dreißig Kilometer Fahrerei, fast eben, hin und wieder eine kleine Erhebung, nur, dass der Regen immer stärker wird. So nass waren wir noch nie – außer beim Baden, in der Oker oder im Kinderspielteich auf Baltrum. Kurz vor Landeck hat Thomas noch einen Platten, wir stehen eine knappe Viertelstunde im Regen. Auch nicht toll. Aber auf einmal ist es geschafft, wir haben das Hotel erreicht. Die Schuhe quietschen richtig; wenn man den Fuß knickt, sprudelt das Wasser aus den Schuhen.

Wir spritzen die Räder mit Wasser sauber, das ist dringend nötig. Öl für die Kette gibt es dann morgen. Danach gehen wir zügig ins Zimmer, duschen gar nicht erst, sondern gehen ziemlich direkt in den Wellness-Bereich, um dort zu duschen und das Dampfbad zum Aufwärmen aufzusuchen. Sehr wohltuend.

Abendessen ist um sieben Uhr. Es gibt eine gefüllte Tomate vorweg, danach eine leckere Kartoffelsuppe, dann Entrecôte, das ausgezeichnet gebraten ist, mit Gemüse. Als Nachtisch kann man wählen zwischen Vanille-Bananen-Creme, Eis, Kuchen und Käse. Tjark nimmt einen Topfenstrudel. Lecker.

Um halb zehn verabschieden sich dieses Mal schon die meisten Radlkumpanen. Schrecklich. So früh können wir noch nicht schlafen. Deshalb trinken wir noch ein Bier an der Bar und sind dann um viertel nach zehn im Zimmer. Jetzt erfahren wir auch von Bernd per SMS, dass unsere Eintracht gegen Dortmund doch gewonnen hat. Sauber.

Matze: Anklam

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